Gold ist mein Gott, ein Schlüssel,
ein Gral, ein Tabernakel,
und diese drei nur kennen
ihr goldenes Orakel.
Goldsucher, hast du Mut,
den Gral dir zu gewinnen?
Den Schrein verschloβ der Schlüssel,
der liegt im Kelche innen.
Den Schrein laβ ruhig stehn,
im Schlosse steckt der Schlüssel,
und beide ruhn versteckt
tief in des Grales Schüssel.
Und aus dem Goldpokale
sie beide zu entwenden,
wirst du umsonst dich mühn
mit ungeschickten Händen;
denn nicht nur sperrt der Schlüssel
den Schrein mit krausem Bart,
sein Ring hält auch zugleich
den Goldkelch wohl verwahrt,
er ist als festes Band
um den Pokal geschmiedet;
Goldsucher kehre heim,
das Gold hat dich ermüdet.
Denn dieser Schatz fürwahr
ist seine eig´ne Waffe;
doch hoffe nur, den Seinen
gibt es der Herr im Schlafe.
Verborgener Gott
Epoche:
Noviziat
Weibern, 27.5.1946